Abb. 3.1. Unwettererzeugende Wetterlage in den U.S.A..
Abb. 3.1. und 3.2 zeigen typische Unwettermuster über drei verschiedenen Regionen. In den USA (Abb.3.1) treten Unwetter mit erhöhter Wahrscheinlichkeit dann auf, wenn ein Schwaden feuchtwarmer Luft nordwärts Hand in hand mit einem LLJ geschoben wird und letzendlich auf die Ost-West-gerichtete Frontalzone trifft. Darüberhinaus ist eine feuchte Grenzschicht ziemlich oft durch trockene und verhältnismäßig warme Luft gedeckelt. Ein Kurzwellentrog kann außerdem von Westen hereinkommen. Dieses Muster ergibt rechtsdrehende Windprofile und starke hochreichende Windscherung mit einigen tausend J/kg an CAPE.
Abb. 3.2. Synoptische Wetterlagen, die mit Schwergewittern im westkontinentalen Europa (links) und in Finnland (rechts) verbunden sind. .
Abb 3.3. Typisches Spanish- Plume- Sounding mit einer entkoppelten, durchmischten Schicht und einem Deckel. Quelle : Universität von Wyoming.
Die Wetterlage, welche Unwetter in Westeuropa fördert, ist in Abbildung 3.2 dargestellt. Die sogenannte "Spanish Plume"-Lage bringt eine entkoppelte Schicht durchmischter Luft von Südwesten nach Westeuropa vorderseitig eines ausgeprägten Höhentrogs. Falls feuchte Grenzschichtluft vorhanden ist, ermöglichen diese beiden Luftschichten zusammen die Bildung bedeutender Mengen an CAPE (Abb. 3.3)
Aufgrund des Jetstreaks und des kräftigen Höhentrogs nimmt die hochreichende Windscherung im Warmsektor zu und bietet eine günstige Umgebung für Schwergewitter. Zusätzlich können kleinere Tiefdruckzentren und präfrontale Konvergenzzonen zu örtlichen südöstlichen oder östlichen Bodenwinden führen. Diese Lage ist ideal für die Bildung bedeutender Mengen an SRH und auf diese Weise für die Entwicklung von Schwergewittern mit rotierenden Aufwinden.
In Finnland treten Schwergewitter mit erhöhter Wahrscheinlichkeit unter einer kräftigen südlichen oder südöstlichen Strömung vorderseitig eines verlängerten Höhentroges auf. Eine Zunge mit hohen äquivalentpotentiellen Temperaturen strömt von den Baltischen Staaten oder Russland nach Finnland, Hand in Hand mit einem LLJ. Eine Nord-Süd-ausgerichtete, wellende Frontalzone ist in den meisten Fällen ebenfalls vorhanden. Es ist beachtlich, dass die Basiszutaten für das Auftreten von Schwergewittern in den Vereinigten Staaten, Westeuropa und Finnland ähnlich sind, doch die Ausrichtungen der Wetterlagen sind unterschiedlich.