Hallo,
nun habe ich es endlich geschafft, mal diesen Artikel zu lesen. (Böse Zungen behaupten, ich hätte so lange gebraucht, um mich bis zu dem ganz am Ende stehenden Beitrag "vorzuarbeiten". - Pure Verleumdung!

)
Nun, es hätte schlimmer kommen können... Eigentlich ist er garnicht so schlecht, beachtet man die Zielgruppe, vielleicht sogar ganz gut, wenn man mal von Kleinigkeiten wie der Darstellung von Skywarn als "aktuell führendem bundesdeutschen Netzwerks für Unwetter
warnungen" oder der Beschreibung vom "Eigenleben" von Tornados, die etwas "aushecken" (etwas Prosa sei in einem solchen Magazin durchaus erlaubt) absieht. Was die "Erkenntnis" die "Stärke der auftretenden Fälle zeigt sich rückläufig" angeht, hat der Interviewer da wohl was missverstanden, aber das wäre alles noch nicht so schlimm...
...Wäre da nicht (mal wieder) diese grauenhafte Statistikvergewaltigung. Denn nein, die Wahrscheinlichkeit für einen F5-Tornado ist bei uns aktuell nicht höher und nicht niederiger als sonst und es ist natürlich kompletter Unfug, daß einer "überfällig" ist. Es gibt für einen Tornado der Stärke x in einem Gebiet y eine Wahrscheinlichkeit P. Diese variiert aber nicht dadurch, daß erst kürzlich oder aber vor hunderten Jahren einer auftrat! Sie ist auf der Zeitachse immer gleich! Es kann dreihundert Jahre keinen F5 geben und dann drei Stück an drei Tagen hintereinander und das ist genauso wahrscheinlich wie jeweils einer genau nach dem Ablauf von hundert Jahren.
Also: Ein netter Artikel mit schönen Bildern (durchaus genauso sehenswert, wie die auf den Seiten zuvor

) und sicher keine schlechte Werbung für Skywarn - was den Informationsgehalt angeht aber mit Vorsicht zu genießen. Naja, ist ja auch eher ein Fachblatt für andere Themen...
Gruß,
Andreas