Sinn und Zweck von Skywarn - Seite 2

In der folgenden Auflistung wird aus jedem der letzten 10 Jahre ein schweres Unwetter, dass irgendwo über Deutschland getobt hat und potentiell sehr gefährlich war, aufgeführt. Dass auch schon Unwetter, die schwächer als alle hier beschriebenen sind, eine Katastrophe auslösen können, beweist die Tragödie vom 12. Juli 2001 im Schlosspark von Straßburg. Hier brachte während einer laufenden Open-Air-Veranstaltung eine F1/T2 Gewitterfallbö (Downburst) eine riesige Platane zu Fall, die unglücklicherweise auf ein mit 120 Menschen besetztes Festzelt fiel. Dabei wurden 12 Menschen getötet und 85 z.T. schwer verletzt. Auch der räumlich ungewöhnlich ausgedehnte Gewittersturm Derecho vom 10. Juli 2002, dem in den Medien viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, weil er auch über Berlin tobte, erreichte "nur" maximal die Intensität F1/T3. Trotzdem kamen durch diesen Sturm insgesamt 8 Menschen ums Leben, zahlreiche wurden verletzt. Das lag einerseits daran, dass er über eine dichtbevölkerte Metropole zog. Andererseits hielten sich wegen des warmen Sommerabends viele Menschen im Freien auf. Es gab zwar Warnungen. Diese wurden aber stundenlang immer wieder wiederholt und waren viel zu allgemein gehalten. Daher wiegten sich viele Menschen in falscher Sicherheit. Alle werden sicher noch die Bilder des Horrors vom Kuhdamm in Erinnerung haben, wo sich plötzlich Sonnenschirme in gefährliche Geschosse verwandelten und Panik ausbrach! Hier hätte Skywarn, wenn es denn in die Rettungssysteme eingeflochten wäre, sehr wahrscheinlich mehrere Menschenleben retten können.

Nun aber zu den allesamt noch schlimmeren, wenn auch meistens sehr lokal begrenzten Unwettern:

  • Am Abend des 27 Juni 1994 gab es in Oppenau (Nordschwarzwald) einen gewaltigen Wolkenbruch. Innerhalb von 75 min, das sind 1 ¼ Stunden, wurden dort 177 mm Regen, das sind 177 l/m² registriert. Das entspricht mehr als dem doppelten einer durchschnittlichen Julimenge innerhalb Deutschlands. Die hierdurch ausgelöste Sturzflut brachte ein Haus zum Einsturz, in dem ein Mensch starb. Es wurde ein Millionenschaden angerichtet. Hier 2 Links dazu:
    Link 1
    Link 2

  • In den frühen Nachmittagsstunden des 23. August 1995 tobten in Schale bei Hopsten (NRW, nordöstlich Rheine) und Hopsten selbst gleich 2 Tornados, von denen der stärkere vermutlich F2-Intensität erreichte. Tote gab es zum Glück nicht.

  • Am 23.Juli 1996 verletzte ein F2-Tornado in Ziegelhausen bei Heidelberg auf seiner 5 km langen und ca. 100 m breiten Zugbahn mehrere Menschen. Auch woanders gab es an diesem Tage schwere Unwetter. In den Niederlanden wurden 2 Tornados beobachtet.

  • Der 29. Juni 1997 war einer der schlimmsten Unwettertage des letzten Jahrzehnts. Besonders in Niedersachsen, aber auch in Thüringen und im nordöstlichen Bayern wüteten verbreitet Gewitterfallböen bis in F2-Intensität! Mindestens 4 Tornados, alle in F2-Stärke, konnten nachgewiesen werden. Der stärkste (T5) wütete in der Nähe von Bissendorf bei Osnabrück. Wie durch ein Wunder gab es nur einen Schwerverletzten bei Peine.

  • Am Nachmittag des 1. Mai 1998 ereignete sich bei Pfungstadt-Hahn, wenige km südlich Darmstadt ein sehr schweres Unwetter. Es brachte nicht nur Regenmengen von über 80 mm in ca. einer Stunde, sondern auch schweren Hagelschlag und einen F2/T5-Tornado, durch den ein Mensch ums Leben kam. Dieser Tornado ist sogar gefilmt worden!
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  • Am Abend des 16. Februar 1999 richtete während eines Wintergewitters, das von einem heftigen Schneesturm begleitet wurde, ein F2-Tornado Millionenschäden auf der Nordseeinsel Norderney an. Der plötzlich einsetzende Lärm war so gewaltig, dass Anwohner an eine Gasexplosion dachten. Weil während des Durchzugs der Großtrombe niemand draußen war, wurde glücklicherweise niemand verletzt.

  • Am 1. Juli 2000 beschädigte ein F2-Tornado in den Ortsteilen Günterscheid und Hohn der Gemeinde Windhagen südwestlich von Bonn 50 Häuser zum Teil erheblich. Der Gesamtschaden wurde mit 4 Mio. DM beziffert. Eine Person wurde verletzt.

  • Am 3. August wütete zwischen Bad Tölz und Rosenheim das schwerste Unwetter seit einigen Jahren. Extremer Hagelschlag wurde nicht nur von Gewitterfallböen weit über der Orkanschwelle, sondern auch von einem starken Tornado begleitet. Dieser hatte vermutlich sogar F3-Intensität erreicht. Ein Mensch wurde getötet, ca. 50 teils schwer verletzt und einen Sachschaden von mehr als 100 Mio. DM angerichtet.

  • Am Abend des 12. Juni 2002 zog ein F2-Tornado auf seiner ca. 15 km langen Bahn auch durch Teile von Wittenberg und beschädigte dort ein Einkaufszentrum schwer. Glücklicherweise hielt sich dort nach Ladenschluss niemand mehr auf. So gab es nur 3 Verletze und einen Sachschaden von ca. 10 Mio. Euro. Ein Amateurfilmer hat den Tornado zufällig gefilmt.

  • Im Jahr 2003 ereigneten sich neben zahlreichen schweren Unwettern auch einige starke Tornados. Der schlimmste (F3-Intensität) verwüstete das kleine Eifeldörfchen Acht bei Mayen. Mehrere Wohnhäuser wurden so schwer beschädigt, dass diese unbewohnbar waren. Gemauerte, massive Nebengebäude wurden sogar ganz zerstört. Dennoch gab es wie durch ein Wunder nur Leichtverletzte. Die Schadenshöhe betrug über eine Mio. Euro, obwohl Acht nur etwa 100 Einwohner hat.

  • Bereits am 12. Januar des Jahres 2004 wütete der erste Tornado des Jahres: Über Drochtersen-Assel (Landkreis Stade) bildete sich am Nachmittag aus einer kräftigen, gewittrigen Schauerzelle ein Tornado, der sogar F2-Intensität erreichte. Obwohl nur 8 Häuser getroffen wurden, entstand ein Schaden von knapp 1 Mio. Euro. Ein Haus wurde so schwer beschädigt, dass eine Wohnung unbewohnbar wurde.

Angesichts dieser Aufzählungen muss man zum Schluss kommen, dass es bisher oftmals nur glücklichen Umständen zu verdanken ist, dass nicht mehr an Leib und Leben passiert ist. Das Tornados und andere gefährliche Wettererscheinungen aber noch weitaus häufiger in Deutschland toben, bewiesen die beiden folgenden Internetseiten:

  • Thomas Säverts Tornadoseite mit zahlreichen Links zu verschiedenen Fällen. Oft reich bebilderte Schadensberichte, mittlerweile sogar mit mehreren Fotos deutscher Tornados.
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  • Das TorDACH-Archiv für schwere lokale Unwetter. Mit bislang weit über 1000 Einträgen die vollständigste Auflistung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Vor allem wissenschaftlich genaue Aufarbeitung aller bisher bekannten Tornadofälle.
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Da die hier aufgeführten Unwetter sich oftmals sehr rasch entwickeln und nur kurze Zeit toben, machen herkömmliche Wetterwarnungen keinen großen Sinn. Sehr wohl aber Skywarn mit seinen in Raum und Zeit und Hinsichtlich der Art des Unwetters sehr präzisen Warnungen! Hierfür ist aber eine große Anzahl an Sturm-Spottern vonnöten. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben sollten, geben sie sich einen Ruck und machen sie mit! Je mehr Spotter wir werden, desto genauer werden die Unwetterwarnungen! Informationen zur Mitwirkung und Anmeldung als Spotter finden Sie hier: Wie werde ich Spotter bei Skywarn?.


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