Skywarn Deutschland ist ein ehrenamtlicher Verein, dessen meteorologisch geschulte Mitglieder Unwetter beobachten und melden. Diese Unwettermeldungen helfen dabei, die Unwetterwarnungen der Wetterdienste – sowohl der Deutsche Wetterdienst als auch die Unwetterzentrale zählen zu den Abonnenten – zu präzisieren und somit den Warnprozess unmittelbar zu verbessern. Durch exakt definierte Melderichtlinien sind die Meldungen der Skywarnspotter miteinander vergleichbar und klassifizierbar – und somit von den Wetterdiensten uneingeschränkt nutzbar.

Die Skywarnspotter stehen im Warnprozess an vorderster Stelle – nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich: Während Meteorologen vor allem anhand von Wettermodellen, Instrumenten und Radarsystemen Warnungen aussprechen und somit nicht unmittelbar betroffen sind, vermögen die Skywarnspotter im Augenblick des Unwetters Meldungen über Intensität, Dauer und Verlauf zu übermitteln. Die Vorteile Skywarns sind offensichtlich: Die Unwetterwarnungen der Wetterdienste werden räumlich, zeitlich und qualitativ präzisiert aufgrund der Kombination von modernster Fernerkundungstechnik der Wetterdienste (Radar, Blitzsensorik,SatPics) und menschlicher Beobachtungsgabe.

Dass diese Kooperation sehr effektiv ist, beweist Skywarn USA. Dort ist Skywarn - auf Basis tausender freiwillig geschulter Wetterbeobachter - seit mehreren Jahrzehnten essentieller Bestandteil der Wetterwarnungen geworden: So sind es vor allem die Skywarn Spotter die zum Beispiel den Touchdown eines Tornados unmittelbar melden und somit das Warnmanagement der betroffenen Gemeinden (Radio/Fernsehen/Sirenen) direkt beeinflussen. Skywarn hilft also, Menschenleben zu retten.

Nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland entwickeln sich jeden Sommer verbreitet schwere Unwetter: Großhagel, Orkanböen, Sturzfluten und Tornados sind auch in Deutschland möglich und werden Jahr für Jahr von Skywarn Deutschland beobachtet und gemeldet.

Nachfolgend drei ausgewählte Beispiele starker Unwetter der letzten 10 Jahre. Skywarn weist jedoch darauf hin, dass jährlich eine Vielzahl von Unwettern auftritt und diese unterschiedlich starke Schäden unterschiedlichster Art und Schwere verursachen können. Für detaillierte Informationen kann www.tornadoliste.de oder das Skywarn Nachrichtenportal besucht werden.

 

  • Am 06. August 2013 zogen deutschlandweit schwere Unwetter von West nach Ost und verursachten teilweise massive Schäden. Es gingen Berichte von Orkanböen, heftigen Sturzflutzen und Hagelschlag ein. Besonders brisant war die Beobachtung eines Hagelunwetters in Undingen (Gemeinde Sonnenbühl): Dort fiel ein Hagelstein mit einem Durchmesser von 14,1 cm – Rekord.

  • Ebenfalls rekordverdächtig war die Summe an entstandenen Schäden durch Hagelschlag von Ende Juli bis Anfang August 2013: Mit 2,8 Mrd. Euro stellten die Hagelstürme Ende Juli das für die Versicherungswirtschaft weltweit teuerste Einzelereignis dar. Der Gesamtschaden belief sich gar auf 3,6 Mrd. Euro. Insbesondere der Hagelsturm in Süddeutschland am 28. Juli übertraf dabei deutlich die Schäden des bisherigen Rekordhalters, den Münchener Hagelsturm von 1984.

  • Am 24. Mai 2010 entwickelten sich von Sachsen bis nach Brandenburg schwere Unwetter, welche neben Hagel und heftigem Starkregen auch Tornados produzierten. Auf einer Distanz von 70 Kilometern konnten teilweise erhebliche Schäden registriert werden, welche laut Thomas Sävert von mehreren Tornados und Downbursts verursacht wurden; mindestens vier Tornados konnten bisher nachgewiesen werden. Die Schäden waren massiv: Allein im Landkreis Meißen belief sich der Schaden auf über 100 Millionen Euro. In Großenhain verstarb ein Mädchen, weitere 40 Personen wurden laut Medien verletzt. Die Schadensanalyse in Großenhain wies daraufhin, dass der Tornado der Kategorie F2, wenn nicht sogar F3 zugeordnet werden kann.

 

  • Am 26. Juli 2008 verursachten schwere Gewitter über dem Dortmunder Westen massive Schäden. Quasi stationäre, retrograde Multizellen-Gewitter verweilten ca. 3 Stunden ortsfest über Dortmund: Heftiger Hagelschlag mit Korngrößen von bis zu 5 Zentimetern und heftiger Starkregen mit einer akkumulierten Niederschlagsmenge von über 200 Litern pro Quadratmeter in drei Stunden bedrohten zeitweilig einige Tausend Einwohner Dortmunds. Die Schäden waren enorm und beliefen sich auf mehrere Millionen Euro.

Dieser Liste ist zu entnehmen, dass auch in Deutschland schwere Unwetter existieren und teilweise verheerende Schäden verursachen. Diese Schäden sind zumeist nicht zu verhindern, sie könnten jedoch durch ein präziseres Warnmanagement verringert werden: Beispielsweise könnten bei heranziehenden Hagelunwettern akkuratere Meldungen dabei helfen, Leib und Leben einerseits und im freien befindliche Gegenstände andererseits zu schützen bzw. in Sicherheit zu bringen.

Auch der vermeintliche Diskurs um angebliche "Panikmache" durch präzisere Wetterwarnungen im Kurz- und Kürzestfristbereich kann entkräftet werden: Skywarn Deutschland meldet nur Unwetter, die live und unmittelbar von den Spottern beobachtet werden. Desweiteren würden, selbst bei einer Fehlwarnung der Wetterdienste, die Gefahr möglicher Paniksituationen geringer ausfallen als das potentielle Unwetterrisiko.

Seit über 30 Jahren ist Skywarn USA ein fester Bestandteil des Warnmanagements der amerikanischen Wetterdienste. Tausende Spotter bewachen den Himmel und melden gefährliche Unwetter, um Menschenleben zu retten.

Seit 10 Jahren exisitert Skywarn Deutschland und ist dabei, sich im Warnmanagement der hiesigen Wetterdienste zu etablieren. Um noch effektiver zu werden, benötigt Skywarn weitere Spotter. Werden auch Sie das Auge im Sturm, werden Sie Skywarn Spotter!

   
© Skywarn Deutschland 2017