Synoptische Übersicht:

 

Bei einer südwestlichen Höhenströmung wurde von einem Tiefdruckgebiet nördlich Schottland bereits am 11. Mai erneut eine gewitterträchtige Luftmasse nach Deutschland geführt. Die Kaltfront des Tief sorgte am 12. Mai vor allem im nördlichen Baden-Württemberg, Franken und Ostdeutschland für teils starke Gewitter.

Das Tief zog rasch mit seinem Kern nach Skandinavien, während die gewitterträchtige Luftmasse kurzzeitig wieder südlich der Alpen verdrängt wurde. Die Luftmassengrenze, die gleichzeitig Zone der stärksten Höhenwinde war, lag somit über Mitteleuropa. 

Wetterkarte

Ein kleines Randtief mit Warm- und Kaltfront sorgte am 13. Mai für die Tornadolage, Grafik: wetter3.de

Von Frankreich kam am 13. Mai ein Randtief, welches von Südwesten die gewitterträchtige Luftmasse erneut nach Süddeutschland beförderte. In der ersten Nachthälfte rückte bereits die Kaltfront an, dazwischen traten in einer außergewöhnlich stark gescherten Atmosphäre (sowohl Richtungsscherung als auch Geschwindigkeitsscherung) die Schwergewitter auf. 

 

Gewitterentwicklung:

Nachmittags kam es bereits an der Warmfront zu ersten Gewittern, die allerdings noch kaum Unwettercharakter erreichten. Die Hauptaktivität wurde für die Abend- und Nachtstunden erwartet. Die Gewitter zogen am Abend aus Ostrankreich von den Vogesen über den Rheingraben Richtung Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Dabei handelte es sich meistens um Superzellen, die sogar teilweise deutliche Hook - Echos auf dem Radar zeigten. Eine Zelle sorgte bereits für einen Tornado in den Vogesen. Diese war es auch, die in Freiburg 5cm Hagel hervorbrachte und im Schwarzwald ebenfalls einen F-3 Tornado. Auf dem Weg Richtung Osten schwächten sich die Zellen hinter der Alb ab. 

 

 

Desweiteren bildeten sich im Schwäbischen Wald und auf der nördlichen Alb gegen 21 Uhr weitere Gewitter bzw. Superzellen, die bald verclusterten und nach Osten in die Gegend nördlich von Augsburg zogen. Dort konnte sich erneut eine Superzelle etablieren, die ebenfalls einen F-3 Tornado hervorbrachte. Die Gewitteraktivität zog dann rasch nach Osten und nahm ab.

 

 

 

Schäden/Analysen:

Neben Hagel- und Windschäden durch Gewitterfallböen sorgten vor allem die genannten Tornados für große Schäden. Die Ortschaften Stettenhofen und Affing bei Augsburg wurden leider von dem Tornado getroffen. Der andere Tornado im Schwarzwald traf zwar weniger bebautes Gebiet, doch war seine Schneise deutlich länger; es gab hier hauptsächlich Schäden in Wäldern.

Unwetter in Freiburg: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/unwetterschaeden-gehen-in-freiburg-in-die-millionen--104882158.html
Tornado im Schwarzwald (dort auch weitere Links): http://www.tornadoliste.de/read4848
T
ornado bei Augsburg (dort auch weitere Links): http://www.tornadoliste.de/4849

 

   
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